Sonntag, 8. März 2015

Nächster Halt ...

Ich will aus diesem grässlichen Kreislauf raus. Ich will nicht mitmachen.
Aber ich stecke schon zu tief drin...
Oder ich mache mit. Aber dann ganz.
Nur dann darf ich nicht mehr denken. Keine Rücksicht nehmen.
Mensch sein...

Mittwoch, 4. März 2015

"Er fiel sacht, wie ein Baum fällt."

"Ich habe nicht mitbekommen, wie er sich in jener Nacht auf den weg machte. Er war lautlos entwischt. Schließlich holte ich ihn doch ein. Er ging entschlossen voran und mit schnellen Schritt. Als er mich bemerkte, sagte er nur:
  'Ach! Bist du doch da...'
  Und er nahm mich bei der Hand. Doch quälten ihn immer noch sorgen meinetwegen:
  'Das war falsch. Es wird dir wehtun. Es wird aussehen, als wäre ich tot, aber das wird nicht stimmen...'
  Ich schwieg.
  'Verstehst du. Es ist zu weit. Ich kann diesen Körper nicht mitnehmen. Er ist zu schwer.'
  Ich schwieg.
  'Er wird nur noch so etwas sein wie eine alte, abgelegte Hülle. Um alte abgelegte Hülle braucht man doch nicht zu trauern...'
  Ich schwieg.
  Für einen Moment verlor er etwas den Mut. Aber dann gab er sich noch einmal einen Ruck.
  'Das wird eine feine Sache, weißt du. Auch ich werde zu den Sternen hinaufblicken. Alle Sterne werden Brunnen sein mit einer rostigen Rolle. Alle Sterne werden mir zu trinken eingießen...'
  Ich schwieg.
  'Das wird vielleicht lustig! Du kriegst fünfhundert Millionen Glöckchen, ich kriege fünfhundert Millionen Brunnen...'
  Jetzt schwieg auch er, denn er musste weinen ...

'Hier ist es. Einen Schritt noch. Lass mich den jetzt ganz allein tun.'
  Er setzte sich, denn er hatte Angst. Er sagte noch:
  'Weißt du... meine Blume ... ich bin für sie verantwortlich! Und sie ist so schwach! Und sie ist so naiv. Sie hat vier winzig kleine Dornen und glaubt, die schützen sie gegen die Welt...!'
Ich setzte mich, denn ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten. Er sagte:
  'So... Das war's...'
Er zögerte noch ein wenig, dann stand er auf. Er machte einen Schritt. Ich konnte mich nicht rühren.
  Nichts tat sich außer einem kleinen gelben Blitz an seinem Knöchel. Er stand einen Augenblick reglos da. Er schrie nicht. Er fiel sacht, wie ein Baum fällt. Es gab nicht einmal ein Geräusch, wegen des Sandes. "

~ »Der kleine Prinz«    Antoine  de  Saint-Exupery