Sonntag, 13. Dezember 2015

Mensch sein?

Was ist eigentlich menschlich? Was zeichnet dich als guten Menschen aus?
In letzter Zeit drängen sich diese Fragen immer häufiger in meinen Kopf und lassen mich nicht mehr los. Ich verzweifle an ihnen.
Mein Leben ist toll. Ich hatte eine schöne Kindheit ohne Sorgen, ohne großen Kummer. Auch jetzt ist meine größtest Problem was ich meinen Freunden zu Weihnachten schenken soll. Und ich hasse mich dafür! Denke kaum noch über die Situation nach in der sich Welt befindet, was mensch dagegen tun kann. Mir wird schlecht von meinem eigenem Verhalten.
Die ganze Scheiße die gerade abgeht, gab's schon vorher, nur nicht hier in der Festung Europa. Das ist mir jetzt klar geworden. Das ist neu. Es passiert direkt bei Heinz und Brigitte vor der Haustür. Bei mir vor der Haustür.
Ich sitze spachlos auf dem Sofa und sehe die Bilder und will helfen! Doch wo anfangen und vor allem wann?!
Meine Ausbildung hat gerade begonnen. 10 Stunden bin ich weg. Arbeite, lerne, versuche den Ansprüchen gerecht zu werden und dabei nicht durchzudrehen. Dann komm ich nach Hause. Essen. Schlafen.
Ich habe einfach keine Kraft mehr für etwas anderes. Aber ich will helfen. Was mach ich jetzt?
Ja, in einem halben Jahr werden die Probleme nicht gelöst sein. Es werden auch dann Menschen gebaucht, die helfen können und wollen.
Schlechtes Gewissen. Etwas dagegen tun. Sich besser fühlen. Ist das menschlich? Streben wir das alle an? Dass unser Gewissen befriedigt ist, sodass wir weiter unsere egozentrischen Trips feiern können?
Was befriedigt dein schlechtes Gewissen? Dem obdachlosen Menschen, den du jeden Abend in der U-Bahn siehst großzügig 50ct zu geben? Weihnachten Unicef Postkarten zu verschicken statt die billigen von Aldi?
Nein.
.....Nein.
.........Nein! Nur aktiv werden und kämpfen hilft!
Es macht mich fertig. Mein selbst gewähltes neues Leben hier zwingt mich genau das zu tun, wovon ich dachte dem endlich gänzlich entfliehen zu können.



Montag, 13. Juli 2015

Ein neues Leben beginnt!

'Wenn ich eine Wohnung gefunden habe geht's richtg los!' dachte ich immer wenn ich mir die Zukunft in Berlin vorstellte. 
Jetzt ist die Zukunft und es ist doch alles anders. Aber trotzdem irgendwie schön. Ich habe eine super liebe WG gefunden, die sogar die gleiche politische Einstellung haben wie ich (was mir unglaublich wichtig war). Als ich mit meinem Koffer hier ankam wurde ich mit herzlichem Umarmungen begrüßt und mir wurde noch mal die Wohnung gezeigt und einige Sachen erklärt. Später am Abend kam mein Mitbewohner auch nach Hause und wir kochten und lachten gemeinsam. Dann lagen wir zu viert auf dem Bett meiner Mitbewohnerin und guckten einen Film. Dieses fast kuscheln gab mir noch mehr das Gefühl von Geborgenheit.
Am nächsten Morgen haben wir einen Schokokuchen fürs Frühstück gebacken und ein Super Frühstückstisch gedeckt! 

Mein Zimmer ist genial! Super schön eingerichtet mit Hochbett und überall hängen Lichterketten und Teelichter. Und ein kleiner Balkon wo alle Bewohner dieser Wohnung zum rauchen drauf gehen. Auf dem Schreibtisch lag ein total süßer Brief von der Frau, die hier eigentlich wohnt, ich aber leider nicht kennengelernt habe. Meine wenigen Sachen waren schnell eingeräumt und sah nach meinem kleinen Chaos aus. ;D

Und jetzt sitze ich hier in meinem schönem Zimmer und überlege mir was ich die nächsten Wochen so mit mir anstelle. 
Ich könnte eigentlich sofort anfangen neue WGs zu suchen, denn ich bin leider nur zur Zwischenmiete bis Oktober hier.

Mir kommt es immer noch ein bisschen unwirklich vor jetzt nicht mehr da zu wohnen wo ich aufgewachsen bin und all meine Freunde und meine Familie nicht mehr täglich zu sehen. (Und hier noch fast keine Freunde zu haben...) Gestern Abend war ich ein bisschen einsam. Aber mir wird was einfallen schnell Leute kennen zu lernen!

Mittwoch, 15. April 2015

Chaos

In meinem Kopf herrscht gerade nur Chaos. Ich bring alles durcheinander, kann mir nix merken und konzentrieren auf Schule schon gar nicht.
Langsam bekomme ich Panik, dass ich keine Wohnung in Berlin zur passenden Zeit finde... Wenn es nach mir ginge würde ich sofort los fahren und suchen gehen.
 Allerdings gibt es da das Problem. Ich bin nicht alleine. Die zwei Jungs mit denen zusammen ziehen will kommen nicht so ganz aus den Puschen.
 Klar, verständlich, auf Abi vorbereiten und so... Die haben ja auch keinen Druck zu einem bestimmten Datum eine Wohnung zu haben.
AHHR! Ich weiß nicht was ich machen soll?!

Und dann sind da noch die Gedanken, die nie aufhören.... Die Gedanken, die einem das Leben zerstören können. Sie kommen und gehen und kommen in den ungünstigsten Situationen wieder. Sie lassen dich nicht los und schnüren dich ein.
Der Versuch gegen diese bösen lebenaufsaugenden Dinger Hilfe zu finden:
gescheitert.
 Lohnt sich nicht, weil ich umziehe. Toll, meine Hoffnung die bösen Tierchen hier zulassen:
 gescheitert.

Sonntag, 8. März 2015

Nächster Halt ...

Ich will aus diesem grässlichen Kreislauf raus. Ich will nicht mitmachen.
Aber ich stecke schon zu tief drin...
Oder ich mache mit. Aber dann ganz.
Nur dann darf ich nicht mehr denken. Keine Rücksicht nehmen.
Mensch sein...

Mittwoch, 4. März 2015

"Er fiel sacht, wie ein Baum fällt."

"Ich habe nicht mitbekommen, wie er sich in jener Nacht auf den weg machte. Er war lautlos entwischt. Schließlich holte ich ihn doch ein. Er ging entschlossen voran und mit schnellen Schritt. Als er mich bemerkte, sagte er nur:
  'Ach! Bist du doch da...'
  Und er nahm mich bei der Hand. Doch quälten ihn immer noch sorgen meinetwegen:
  'Das war falsch. Es wird dir wehtun. Es wird aussehen, als wäre ich tot, aber das wird nicht stimmen...'
  Ich schwieg.
  'Verstehst du. Es ist zu weit. Ich kann diesen Körper nicht mitnehmen. Er ist zu schwer.'
  Ich schwieg.
  'Er wird nur noch so etwas sein wie eine alte, abgelegte Hülle. Um alte abgelegte Hülle braucht man doch nicht zu trauern...'
  Ich schwieg.
  Für einen Moment verlor er etwas den Mut. Aber dann gab er sich noch einmal einen Ruck.
  'Das wird eine feine Sache, weißt du. Auch ich werde zu den Sternen hinaufblicken. Alle Sterne werden Brunnen sein mit einer rostigen Rolle. Alle Sterne werden mir zu trinken eingießen...'
  Ich schwieg.
  'Das wird vielleicht lustig! Du kriegst fünfhundert Millionen Glöckchen, ich kriege fünfhundert Millionen Brunnen...'
  Jetzt schwieg auch er, denn er musste weinen ...

'Hier ist es. Einen Schritt noch. Lass mich den jetzt ganz allein tun.'
  Er setzte sich, denn er hatte Angst. Er sagte noch:
  'Weißt du... meine Blume ... ich bin für sie verantwortlich! Und sie ist so schwach! Und sie ist so naiv. Sie hat vier winzig kleine Dornen und glaubt, die schützen sie gegen die Welt...!'
Ich setzte mich, denn ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten. Er sagte:
  'So... Das war's...'
Er zögerte noch ein wenig, dann stand er auf. Er machte einen Schritt. Ich konnte mich nicht rühren.
  Nichts tat sich außer einem kleinen gelben Blitz an seinem Knöchel. Er stand einen Augenblick reglos da. Er schrie nicht. Er fiel sacht, wie ein Baum fällt. Es gab nicht einmal ein Geräusch, wegen des Sandes. "

~ »Der kleine Prinz«    Antoine  de  Saint-Exupery

Donnerstag, 12. Februar 2015

Und plötzlich fühlt man wieder was...

Gestern erstes Date seit langem. Ich würde dir ja jetzt gerne erzählen, dass ich es verkackt hab, aber nein, es lief super! Erst Kino, dann zu ihm und was gegessen und rumgealbert. Irgendwann haben wir uns mit einer Decke in seine Hängematte aufm Balkon gelegt und ein, zwei Kippen geraucht. Habt ihr schon mal im Winter einen wolkenfreien Himmel mit Sternen gesehen? Viel klarer und dunkler als im Sommer...
Viel Gekuschel aber keinen Kuss. Ganz gut so, denke ich. Ich bin aus der Übung gekommen in Sache Beziehungen.
 Um ehrlich zu sein hab ich sogar ziemlich Muffensausen davor. Was ist wenn ich doch nicht so viel empfinde für ihn? Was ist wenn ich ihm schrecklich weh tue? Was ist wenn ich seine Erwartungen erfüllen kann? Was ist wenn..?
"Denk nicht so viel drüber nach" würdest du jetzt vielleicht sagen. Toll, Hilfreich. Ich kann meine Gedanken nicht einfach abstellen. So gerne ich das können würde, aber es klappt nun mal nicht.
Das Problem ist mein Exfreund hat mich damals nicht sehr nett behandelt.. Kurzfassung: Er hat sich nur für seinen Scheiß interessiert und wenn ich dann mal was erzählt hab, hat er meist nicht mal zugehört, hatte manchmal echt verdrehe Ansichten und klein Klärchen glaubt natürlich dran. Thema Sex fange ich erst gar nicht an.. (ist mir dann auch zu privat). Dann ging es mir echt richtig schlecht. Kein Kümmern, keine Untersützung, wenig Kontakt. Auf Rat von meinem Vater hab ich dann Schluss gemacht. Viele Sachen aus der Zeit sind mir erst viel später klar geworden. Vorher hab ich immer mir die Schuld gegeben. Naja, seit dem ist es unendlich schwer für mich sich auf jemanden einzulassen.

Aber ich werde jetzt mein bestes geben und mich drauf einlassen, denn Er ist ein besonderer Mensch und es tut mir gut. Ich bin erstaunlich glücklich gewesen heute. Habe wirklich mal wieder Freude gespürt. Die Leere ist verschwunden. Und Vorfreude auf das nächsten Treffen ist da...!

Dienstag, 10. Februar 2015

Na dann mal los...

Ich werde mich jetzt auch mal dem Trend beugen und versuchen einen Blog zu schreiben. Laut meinem besten Freund soll das gut zum Gedanken aufschreiben sein. Und ich weiß, dass er sich jetzt einen abgrinsen wird während er diese ersten Zeilen liest. 
Wie fängt man denn so was an? Mich vorstellen? Wäre ja zu einfach! 
Du wirst mich schon kennen lernen wenn du den Blog liest. 
Gut, ich wollte sowieso bald einen Blog machen, weil ich ausziehen (nach Berlin) und eine Ausbildung zur Maskenbildnerin machen werde und damit ich all das erlebte nicht tausendfach erzählen muss, schreib ich das in einen Blog. 
Ja, Berlin... Bis jetzt hab ich das glaub ich noch gar nicht richtig realisiert. Gestern hatte ich zum ersten Mal wirklich richtig Panik davor bekommen. Ob ich das alles schaffe, ob das die richtige Entscheidung war, ob ich überhaupt in so einer Stadt und in einer eigenen Wohnung überlebe?! Und dann sehe ich heute morgen wieder Bilder von meiner Zukünftigen Schule und kann es kaum erwarten. Und dann auch noch meine Familie und meine Freunde verlassen..
Da will ich jetzt gar nicht dran denken! 

Auf Morgen freu ich mich schon und bin aufgeregt, weil ich mich da mit einem Typ treffe. Ich denke man kann es schon Date nennen. Aber ich weiß immer noch nicht richtig was ich von ihm halten soll. Einerseits ist er super Aufmerksam und lieb, aber trotzdem ist er total hibbelig und redet die ganze Zeit. Und man merkt, dass er ein halbes Jahr auf Gras war und irgendwie drauf hängen geblieben ist (Zum Glück ist er aber seit 3 Monaten clean). 
Aber eigentlich stört mich das nicht so. Ich kenne so viele Menschen, die Drogen nehmen und viel viel schlimmer drauf sind und echte Probleme haben. Wenn ich über die Leute nachdenke, bekomme ich immer ein schlechtes Gewissen. Denn ich sollte eigentlich glücklich sein und mein Leben genießen und froh sein, dass ich in einer so wundervollen Familie aufgewachsen bin und tolle Freunde gefunden habe.Und trotzdem kann ich es nicht. Ich fühle mich nicht wert dazu. Ich denke immer, dass all diese Leute was besseres verdient haben als mich. Klar fühl ich mich gut wenn jemand mir sagt wie wichtig ich für ihn bin und dass er mich gut findet wie ich bin, aber der Hintergedanke schleicht sich doch immer leise ein. Nie laut und schreiend, sondern wie eine kleine Schlange, die lautlos durchs Gebüsch kriecht und wenn du Pech hast, dich doch beist.
Puh, das ist doch gar nicht so leicht sowas zu schreiben vor allem wenn man weiß, dass es jemand lesen wird...
Gut, das soll es für heute sein. Jetzt bin ich echt müde geworden! Hoffentlich kann ich schlafen! 
<3